Braune Nadeln und Äste

Im Garten fallen uns zunehmend Blaufichten auf, die mit braunen Nadeln und einer massiven Verkahlung scheinbar absterben. Speziell im unteren Bereich des Baumes sind die Äste, bis auf die noch intakten Triebspritzen, völlig verkahlt. Die oberen Zweige sind hingegen normal benadelt.

Erkennbar sind braune Nadeln und gelbliche Flecken, die durch Austrocknung entstehen. Beim Vertrocknen verfärben sich die Nadeln und fallen schließlich vom Baum ab. Die Ursache für diese massive Verkahlung, Verfärbung und Nadelfall sind Schädlinge wie die Sitkafichtenlaus.

Sitkafichtenlaus ist Ursache für Nadelverfärbung sowie Nadelfall an Tannen und Fichten

Die Sitkalaus gehört zu den Blattläusen und Baumläusen. Vom Gärtner wird sie oft als grüne Blattlaus oder Fichtenröhrenlaus bezeichnet. Eine Sitkalaus wird bis zu 2 Millimeter groß. Besonders auffällig sind die roten Augen auf dem grünen Körper samt sechs Beinen. Als Wirtspflanze bevorzugt die Sitkafichtenlaus Nadelbäume im Garten wie Blaufichten, Stechfichten, Sitkafichten und Rotfichten.

Das massenhafte Auftreten der Baumschädlinge im Frühjahr ist temperaturabhängig. Mittlere Temperaturen im Dezember bis März zwischen +4°C bis -10°C fördern den Schädlingsbefall. Die Vermehrung stoppt nur, sofern die Temperaturen in dieser Zeit unter -14°C fallen. Es werden kaum noch derartig kalte Temperaturen erreicht, da unsere Winter durch den Klimawandel immer milder werden.

Im Winter beginnt die Saugtätigkeit der grünen Blattlaus zwischen Dezember bis Februar. Über den ganzen Baum verteilt sitzen die Schädlinge an den Unterseiten der Nadeln. Durch das Aussaugen der Baumflüssigkeiten werden die Nadeln zuerst gelbfleckig, dann braun und fallen schließlich ab. Alte, geschwächte und vorgeschädigte alleinstehende Bäume sind besonders gefährdet. Die Blattläuse bevorzugen trockene und windige Umgebungen. Unter günstigen Bedingungen kann es zu einer Massenvermehrung kommen, die nur durch die steigenden Temperaturen im Sommer und dem damit verbundenen Nahrungsmangel zusammenbricht. Von der Laus heimgesuchte Fichten zeigen erst ab Mai Befallsymptome.

Sitkafichtenlaus bekämpfen an Blautanne und Fichten

Blattläuse im Garten sind ein ungebetener Gast, den man nicht so einfach los wird. Sitkafichtenläuse lieben Nadelbäume, die durch Staunässe oder zu trockene Böden geschwächt sind. Ein lockerer nährstoffreicher Boden, der gleichmäßig durchfeuchtet ist, ist eine effektive Vorbeugung gegen den Blattlausbefall. Eine regelmäßige Klopfprobe, die ab Ende Oktober aller zwei Wochen durchgeführt werden sollte, erhöht die Chance frühzeitig Fichten im Garten zu retten.

Grüne Blattlaus richtig bekämpfen

Bei der Bekämpfung von Blattläusen müssen Sie einiges beachten! Im Handel werden zahlreiche Spritzmittel gegen Fichtenläuse angeboten, deren Wirkung oft fraglich ist. Zugelassene Spritzmittel zum Schutz der Nadelbäume wirken nur bei einer rechtzeitigen Lokalisierung. Gießmittel gegen die Sitkafichtenlaus für den Wurzelbereich sind im Hausgarten nicht zugelassen. Der Einsatz chemischer Insektizide, wie beispielsweise Bi58, in Siedlungsgebieten ist strengstens untersagt.

Was hilft gegen Sitkafichtenlaus?

Oft ist es unabdingbar, die Verbreitung der Sitkafichtenlaus zu stoppen, indem der betroffene Baum gefällt wird. Eine Baumfällung ist trotz Befall erst ab Oktober durchführbar, da gesetzliche Vorschriften auch kranke Bäume nicht ausschließen. In der Baumfällzeit ist eine gesonderte Genehmigung zum Entfernen der betroffenen Bäume in Sachsen nicht notwendig.

Wenn Sie Baumläuse bekämpfen wollen, sollten Sie sich zuerst von Ihren Gartenprofi beraten lassen. Wir verfügen über das entsprechende Fachwissen.